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Ist Sex vor dem Wettkampf leistungsfördernd oder ermüdend?

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Ist Sex vor dem Wettkampf leistungsfördernd oder ermüdend?
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Pärchen im Bett

Immer wieder hört man davon, dass Sportler am Tag vor dem Wettkampf davon absehen, mit ihren Partnerinnen oder Partnern intim zu werden, aus Angst, es schwäche die Beinmuskulatur. Andere schwören auf den Sex vor dem Wettkampf und glauben, dass es positive Auswirkungen hat. Doch was stimmt wirklich?

Spätestens seit dem ersten Rocky Film, in der Trainer Mickey seinem Schützling Rocky Balboa intimen Kontakt vor dem Wettkampf verbietet, ist es offen zur Diskussion und unter vielen Sportlern hält sich der Glaube, dass es die Beine schwächt. Viele Profis legen sich deshalb Kuschel-Verbot auf. Es gibt aber mindestens genauso viele Sportler, die komplett anderer Meinung sind – darunter auch echte Ikonen.

Rocky Balboa und Trainer Mickey

Sex und Fußball, das ewige Thema

Vor allem im Fußball wird immer wieder wild diskutiert. Vor wichtigen Wettbewerben wie Europa- bzw. Weltmeisterschaften dürfen Spieler nicht immer selbst entscheiden, ob und wann sie mit jemandem schlafen. Mache Trainier hingegen sehen es sehr gelassen, einer davon ist der ehemalige deutsche Nationaltrainer Berti Vogts, der seinen Jungs im Vorfeld der EM 1996 nicht einschränken wollte und sich austoben durften. Bei der WM 2006 wurde es unter Jürgen Klinsmann jedoch anders gehandhabt. Hier wurden die Besuchszeiten der Spielerfrauen durch den Deutschen Fußball-Bund offiziell geregelt. Noch strenger ging es im englischen und kroatischen Team zu: Den Spielern war es während der gesamten Wettkampfphase verboten, ihre Partnerinnen zu sehen. Auch unter dem Star-Trainier Pep Guardiola gibt es strenge Rengeln. Er sagte: “dass man an einem freien Tag nur vor Mitternacht Sex haben sollte, denn ein guter Schlaf sei wichtig.“

Die deutsche Nationalmannschaft

Ein starker Befürworter des leistungsfördernden Schäferstündchens hingegen war 70er-Jahre-Bayern- und Rekord-Nationaltorhüter Sepp Maier. Am liebsten, unmittelbar bevor er das Runde aus dem Eckigen ‘raushalten sollte. „Eine Stunde vor dem Spiel noch mal Sex, das macht schön locker! Zack zack, da geht‘s viel besser,“ so ein berühmtes Zitat aus seinem Mund.

Sepp Maier

Ähnlich sieht es der brasilianische Ronaldo. In einer spanischen Lateschow sagte er sogar, dass Sex vor dem Spiel sein Erfolgsgeheimnis sein. Das wichtige dabei ist jedoch, dass der Mann den passiven Part einnehmen muss, wenn es ihm um eine entspannende Wirkung geht. Denn: „Wenn er zu aktiv ist, verschwendet er Energie, die ihm später fehlt.”

Ronaldo Luís Nazário de Lima

Doch was ist richtig?

Das liege daran, dass dabei der Vagus gereizt wird, einer der Hauptnerven im menschlichen Körper, und das sei gerade vor einem wichtigen Match von hohem Stellenwert.

Am besten den Kopf frei bekommen!

Wer selig und relaxed in die Laken sinkt, schläft besser – das leuchtet ein. Aber was ist mit Sepp Maiers Angewohnheit, in der Stunde vor dem Spiel noch herumzutoben? Bekommt man(n) dann nicht tatsächlich ‚weiche Knie‘? „Nein, der Zeitpunkt ist egal!“ Vielmehr würde er Sex als unmittelbare Aufwärmübung sogar empfehlen – insbesondere Menschen, die vor einer sportlichen Herausforderung aufgeregt sind. Druck, Nervosität und sämtliche weitere Unruhefaktoren, die sich im direkten Vorfeld des Wettkampfs verstärken können, werden durch Sex weniger. „Vor allem Männer können nur dann Sex haben, also im wörtlichen Sinn, wenn hemmende Stressfaktoren heruntergegangen sind.“

Sex bei Regeneration?

Zusammengefasst ist man nach dem Sex besser in der Lage, sich zu konzentrieren und auf den Wettkampf zu fokussieren. Dabei löse er nicht bloß die Verspannung, sondern fördere auch in anderen Körperteilen die Durchblutung. „Wenn erektile Dysfunktionen stimuliert wurden, sind die Muskeln und das gesamte Organsystem leistungsfähiger.“ Darüber hinaus soll der Eiweiß-Ausstoß beim Höhepunkt sogar die Regenerationsfähigkeit unterstützen, die nicht zuletzt durch Stress gestört wäre.

Aber was ist nun mit dem Argument, dass Bettsport mal mehr und mal weniger anstrengend sein und entsprechend zu Muskelkater führen kann?  Der durchschnittliche Sex der Deutschen dauert sieben Minuten, selbst wenn es mal etwas länger zur Sache gehen sollte. Einen trainierten, fitten Menschen – geschweige denn Leistungssportler – sollte gewöhnlicher Sex nicht umhauen.

Es kann allenfalls sein, dass extreme Praktiken und akrobatische Stellungen, die man nicht gewohnt ist, zur Dehydrierung führen, wenn Sie mehrere Stunden lang Sex haben, sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Ebenso sei das erste Mal mit einem neuen Partner womöglich weniger entspannend als routinierte Turnübungen innerhalb einer jahrelangen Beziehung.

Fazit

Sportler, die über eine entsprechende körperliche Verfassung verfügen, können mit Sex allenfalls ihre Leistungsfähigkeit steigern. Solche aus dem Amateurbereich sind besser damit beraten, nicht ausgerechnet vor einem wichtigen Match zum ersten Mal Kamasutra auszuprobieren. Ansonsten ist gegen die schönste Nebensache der Welt – auch vorm Wettkampf – nichts einzuwenden.

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