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Botox – Der Kampf gegen die unerwünschten Falten

By Annette / Oktober 15, 2018
Spätestens seit dem fanatischen Jugendwahn in Hollywood, der mittlerweile auch hierzulande Einzug genommen hat, ist Botox in aller Munde, denn Botox ist der Stoff, aus dem Anti-Aging Träume gemacht sind. Aber was steckt eigentlich hinter dem Nervengift?

1. Das Nervengift Botox und seine Herkunft

Die wörtliche Übersetzung von Botulinumtoxin, das als Markenname Botox bekannt und registriert ist, lautet „Wurstgift“ und gilt als das stärkste Gift der Welt. Die Herkunft des Namens ist zurückzuführen in das 19. Jahrhundert, als der Zusammenhang zwischen verdorbenen Lebensmitteln und bestimmten tödlichen Lähmungserkrankungen erkannt wurde.

Diese sogenannte „Fleisch- oder Wurstvergiftung“, in der Fachsprache als Botulismus bekannt, ist eine lebensbedrohliche Vergiftung, die zur Lähmung der Muskulatur führt. Verursacht wird diese durch das Nervengift Botulinumtoxin (aus dem Lateinischen „botulus – Wurst“ und „toxin – Gift“), welches durch das Bakterium Clostridium botulinum produziert wird.

Aufbereitet und extrem verdünnt hilft dieses Nervengift heute nicht nur im Kampf gegen die Falten, sondern wird in der Medizin außerdem als Medikament gegen diverse Krankheiten eingesetzt, z.B. bei neurologischen Bewegungsstörungen.

2. Die Herstellung und Wirkung von Botox

Heutzutage erfolgt die Herstellung natürlich nicht mehr aus verdorbener Wurst, sondern durch einen hochkomplexen chemischen Prozess, in dem Kulturen des Bakterium Closteridium botulinum angelegt werden. Um einen hochwirksamen und zugleich lagerungsfähigen Wirkstoff zu erhalten, durchläuft das angelegte Rohprodukt dann einen mehrstufigen Reinigungsprozess. Das Botulinumtoxin Typ A, das medizinisch genutzt wird, ist in den 1940er Jahren zum ersten Mal in seiner Reinform hergestellt worden. In den 1970er Jahren wurde es dann auf die Eignung als Medikament getestet und seit Anfang der 1980er wird es in der Medizin eingesetzt.

In sehr geringer Menge unter die Haut gespritzt, hemmt das Botulinumtoxin die Signalübertragung der Nervenzellen auf das Muskelgewebe, so dass der betroffene Muskel vorübergehend nicht mehr angespannt werden kann. Die Wirkungsdauer von Botox ist je nach Einsatzgebiet auf 3-6 Monaten begrenzt. 
Botox


3. Wie gefährlich ist Botox?

Eine Vergiftung durch Botox in seiner ursprünglichen Form, dem sogenannten Botulismus, kann unbehandelt zur Lähmung der Atemmuskulatur führen und durch den daraus resultierenden Atemstillstand tödlich enden.

Botulismus äußert sich durch Symptome wie z.B. Übelkeit und Erbrechen, Seh- und Sprechstörungen, einen extrem trockenem Mund und lahme Arme und Beine. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, wird sie mit einem Gegengift behandelt. Auch eine Magenspülung und Abführmittel sind zur Behandlung sinnvoll, um eine Ausbreitung im Organismus zu vermeiden.
Eine solche Vergiftung ist heutzutage aber durch unsere Hygienestandards und aufgrund der Konservierungsmethoden wirklich äußerst selten.

Wird Botox heutzutage in medizinischer Form oder zu kosmetischen Zwecken verabreicht, geschieht dies, wie bereits beschrieben, sehr stark verdünnt und entsprechend aufbereitet. Botox-Spritzen sind also bei fachgerechter Handhabung nicht gefährlich und lösen auch keinen Botulismus aus. Durch das gezielte Spritzen in den zu behandelnden Muskel, wird es in diesem gebunden und kann somit nicht in den restlichen Organismus gelangen.

4. Die Botox-Faltenbehandlung

Vor der Botox Behandlung:
Botox Behandlungen werden fast ausschließlich ambulant durchgeführt und es bedarf keiner speziellen Vorbereitung. Vorab sollte aber eine ausführliche Beratung und Untersuchung durch den Facharzt durchgeführt werden, in der auch die Einnahme von Medikamenten besprochen wird, die zu möglichen Wechselwirkungen führen könnten.
Die Botox-Faltenbehandlung:
Die Behandlungszeit beträgt in etwa 10-20 Minuten. Durch die Verwendung von sehr dünnen Injektionsnadeln, ist die Behandlung nicht allzu schmerzhaft. Dennoch ist auf Wunsch auch eine lokale Betäubung mit einer entsprechenden Salbe möglich. Die zu behandelnden Hautstellen werden dann desinfiziert und das stark verdünnte und aufbereitete Botulinumtoxin A wird unter die Hautoberfläche der sogenannten mimischen Muskulatur gespritzt. Um Blutergüsse und Schwellungen zu vermeiden, sollte man die behandelte Hautregion anschließend ausreichend kühlen.
Botox kosten
Nach der Behandlung: 
Nach der Behandlung muss man den Kopf ca. 3 Stunden aufrecht halten, damit der Körper ausreichend Zeit bekommt, das Medikament aufzunehmen und zu binden. In dieser Zeit soll man körperliche Anstrengungen vermeiden und sich auch nicht hinlegen. Sauna- oder Solarumgänge sollten in der ersten Woche nach der Behandlung noch vermieden werden. Ansonsten ist man nach der Behandlung nicht weiter beeinträchtigt und kann alltäglichen Dingen problemlos nachgehen. Mögliche Schwellungen oder Rötungen klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

5. Wie lange hält die Faltenglättung an?

Die Muskellähmung für die Faltenglättung tritt bereits unmittelbar nach der Injektion ein und die Faltenglättung ist dann ca. 1-2 Wochen nach der Behandlung deutlich sichtbar. Der vollständige körperliche Abbau des Nervengifts erfolgt nach 3-6 Monaten. Sofern man sich weiterhin von unerwünschten Fältchen befreien möchte, ist eine erneute Behandlung nötig.

6. Nebenwirkungen und Folgen der Botox-Spritze

Auch wenn eine fachgerecht eingesetzte Botox-Spritze keinen Botulismus auslöst, kann sie dennoch, wie jedes andere Medikament auch, unerwünschte Nebenwirkungen erzeugen.

Allgemein bekannte Nebenwirkungen von Botox sind z.B. allergische Reaktionen, Hämatome an der Einstichstelle, Gesichtslähmungen oder Hängelider. Treten solche Nebenwirkungen auf, klingen sie nach ca. 3 Monaten von allein wieder ab.
Hinzu kommen folgende mögliche Nebenwirkungen, die jeweils abhängig sind von der behandelten Region:

  • Augenlider: Verstärkung von vorhandenen Tränensäcken und abstehende untere Augenlider
  • Augenbrauenlifting: Augentrockenheit und Fältchenbildung oberhalb der Augenbrauen
  • Lachfalten: Blutergüsse und Schwellungen um die Augen und die Verstärkung von Augenfältchen durch die Neuverteilung des Hautüberschusses
  • Mundfältchen: nach unten gezogene Mundwinkel und Schwächung der Oberlippenmuskulatur, was beispielsweise Probleme beim Trinken verursacht und das Pfeifen unmöglich macht
  • Stirnfalten: Verstärkung von vorhandenen Schlupflidern, Absenkung der Oberlider, Vortreten der seitlichen Augenbrauen
  • Zornesfalte: Schwellungen in den Augenwinkeln und das Absacken der Augenbrauen
Wenn man sich nun unbedingt einer kosmetischen Botox-Behandlung unterziehen möchte, sollte man sich ausschließlich in die Hände von medizinischem Fachpersonal begeben, die bereits langjährige Erfahrungen mit Botox-Behandlungen aufweisen können. Somit ist die Seriosität gegeben und man ist auch im Falle einer solchen Nebenwirkung weiterhin gut beraten.

Um die unseriösen, sogenannten Botox-Flatrates oder Botox-Partys sollte man dagegen lieber einen großen Bogen machen. Hier besteht die Gefahr, mit einem maskenhaften und nahezu gespenstischen Gesichtsausdruck zu Enden. Diesem ist erschreckenderweise schon so manch ein Hollywoodstar zum Opfer gefallen.

botulinum

7. Kann Botox alle Falten glätten?

Durch das über die Jahre ständige Kontrahieren der Gesichtsmuskeln entstehen Falten die sich von allein nicht mehr zurückbilden können. Botox glättet diese mimischen Falten, indem es den entsprechenden Muskel lähmt und dadurch die Hautumgebung entspannt.

Die häufigsten Anwendungsregionen von Botox im Kampf gegen die Falten sind:

  • Halsfalten (Längsfalten am Hals)
  • Kinnfalten (pflasterähnliche Falten an der Kinnvorderseite)
  • Lachfalten, auch Krähenfüße genannt (Falten um die Augen)
  • Lidfalten (Falten an Ober- und/oder Unterlid)
  • Nasenfalten (Falten an der Nasenwurzel)
  • Oberlippenfalten (strahlend verlaufende Falten, auch Raucherfalten genannt)
  • Stirnfalten, die sogenannten Denkerfalten (querlaufende Falten)
  • Unterlippenfalten (zirkulär verlaufende Falten)
  • Wangenfalten (halbrunde lange Falten auf der Wange)
  • Zornesfalte, die am häufigsten behandelte Falte ( senkrecht verlaufende Falten zwischen den Augenbrauen)
Botox kann allerdings wirkungslos bleiben bei Falten, die sich durch den Abbau der elastischen Fasern der Haut und der zeitgleichen Verringerung der Fettreserven gebildet haben.

8. Was kostet mich die Botox-Behandlung?

Die Kosten für eine Botox-Faltenbehandlung ist abhängig von der benötigten Menge der zu behandelnden Anwendungsregion und auch von der Erfahrung des jeweiligen Facharztes. 
So zahlt man für einen kleineren Anwendungsbereich, wie z.B. Augen- oder Lippenfältchen durchschnittlich zwischen 170 – 300 Euro, während man für die größeren Anwendungsregionen wie z.B. für die Stirn oder für eine Achselbehandlung gegen das Schwitzen im Durchschnitt zwischen 300 – 600 Euro zahlt. 

Botox Kosten
Von Angeboten, die sich darunter befinden, sollte man lieber Vorsicht walten lassen, da es sich dabei mit allergrößter Wahrscheinlichkeit um unseriöse Lockangebote handelt, wie beispielsweise die Botox-Flatrates.

9. Botox - Verlust der Mimik und der damit verbundenen Kommunikation 

So sehr man dem perfektem Schönheitsideal eines faltenfreien Gesichts auch hinterherjagt, sollte man eines nicht vergessen: Mit jeder durch eine Botox-Spritze geglättete Falte, verschwindet auch ein wesentlicher Teil der menschlichen Kommunikation, denn diese besteht zum Großteil aus Mimik und Gestik. Je faltenfreier ein Gesicht durch das Nervengift ist, desto maskenhafter wirkt es und die natürliche Mimik geht mehr und mehr verloren.

Besonders fatal ist die Überdosierung von Botox in den USA. Die Medien sind überschwemmt von erschreckenden Bildern der vom Jugendwahn besessenen Hollywoodstars und anderen Prominenten, die uns mit ihrem „Joker-Lächeln“ fratzenartig angrinsen. Besonders in Hollywood ist dieser extreme Mimikverlust fatal, denn was ist ein Schauspieler ohne Mimik, der keine Gefühle mehr ausdrücken kann? Es geht dadurch nicht nur die Glaubwürdigkeit verloren, sondern die Filmfigur kann so auch sehr schnell als Witzfigur enden.

10. „Botox Boys“ und die fatale Sucht nach Verjüngung 

Doch nicht nur die USA kann mit maskenhaften „Botox-Fratzen“ glänzen. Auch hierzulande hat der fanatische Jungendwahn schon Einzug gehalten. Eines der bekanntesten Beispiele für die Sucht nach Verjüngung in Deutschland sind wohl die „Botox Boys“. Bekannt geworden sind die Köllner Zwillingsbrüder Arnold und Oskar Wess durch ein Interview über ihre zahlreichen Schönheitsoperationen, das in einem überregionalen Nachrichtenmagazin ausgestrahlt wurde. Durch einen anschließenden Auftritt bei Stefan Raab in der damaligen TV-Sendung „TV-Total“ handelten die Zwillingsbrüder sich dann den Spitznamen „Botox Boys“ ein erreichten Bekanntheit bei einem sehr breiten Publikum. Für Liebhaber der Trash-Medien ein gefundenes Fressen und wohl ein gutes Beispiel dafür, welchen Anblick die Sucht nach Verjüngung verursachen kann.

11. Der Mythos Botox Lippen 

Botox ist also die Wunderwaffe, wenn es um das Thema Faltenfreiheit geht. Um einen Mythos handelt es sich jedoch, wenn man Botox in Zusammenhang mit Lippenvergrößerung bringt. Die lähmende Wirkung von Botox sorgt durch die daraus resultierende  Muskelentspannung zwar für eine Glättung der Falten, eine Unterspritzung der Lippen mit Botox würden diese allerdings starr und unbeweglich werden lassen, was zur Folge hätte, dass Essen, Trinken und Sprechen unmöglich werden würde.

Bei den so häufig gegoogelten Botox Lippen handelt es sich also um ein Missverständnis. Die Begriffe „Botox“ und „Lippenvergrößerung“ stehen in keinem Zusammenhang.

Für die Lippenvergrößerung wird mit Füllstoffen gearbeitet, wie z.B. der Hyaluronsäure. Diese sind nahezu risikofrei, da es sich um eine körpereigene Substanzen handelt, die sehr schonend wirken.

12. Gibt es natürliche Alternativen zu Botox?

Auch wenn es schwerfällt, es einzusehen, aber die Fältchenbildung ist nun mal der natürliche Prozess des Alterns und lässt sich auf einfachem Wege nicht aufhalten. Es gibt jedoch einige nicht operative Schönheitsmaßnahmen, welche die Bildung der Falten hinauszögern können.
Einer frühzeitigen Hautalterung kann man natürlich durch einfache, alltäglich Maßnahmen wie einer gesunden Lebensweise, ausreichend Schlaf, Sport und viel Trinken entgegenwirken. Doch auch bei Einhaltung all dieser gesunden und vorbeugenden Lebensführungsmaßnahmen werden sich früher oder später Falten bilden.

Ab dem 25. Lebensjahr nimmt die Elastizität der Haut langsam ab und ab dem 35. Lebensjahr lassen sich dann die ersten Falten deutlich erkennen.
Um einer frühzeitigen Faltenbildung entgegenzuwirken, sollte man also schon frühzeitig mit einer guten Feuchtigkeitscreme vorbeugen. Gegen bereits vorhandene Falten kann man nämlich nicht mehr viel ausrichten. Hier gibt es nur unterstützende Anti-Aging Produkte, die die frühzeitige Bildung von Fältchen hinauszögern können.

Der wohl bekannteste Inhaltsstoff im Kampf gegen die Falten ist die Hyaluronsäure. Das körpereigene Hyaluron ist zuständig für die Bindung von Wasser in der Haut. Dadurch, dass der Körper im Alter aber immer weniger davon produziert, verstärkt sich mit zunehmendem Alter auch die Faltenbildung.
Hyaluronhaltige Kosmetika unterstützen den Feuchtigkeitsspeicher der Haut und die Fältchen werden somit von innen durch die aufgefüllten Feuchtigkeitsdepots aufgepolstert.

13. Botox in der Medizin – Kann es wirklich gegen Migräne helfen?

Migräneanfälle sind sehr heftig und um einiges schlimmer als gewöhnliche Kopfschmerzen. Die Betroffenen erfahren nur eine annähernde Linderung durch eine komplette Reiz-Abschirmung in abgedunkelten Zimmern und bei absoluter Ruhe. 
Das Migräneleiden resultiert aus stark verkrampften Muskeln rund um die Augen und Schläfen, die zu Entzündungen an den Adern der Hirnhäute führen. 

Das Nervengift führt zur Entspannung dieser Muskeln und kann dadurch das Leiden lindern. Eine Botox-Behandlung kann chronischen Migräne-Patienten also eine schmerzfreie Zeit von bis zu drei Monaten ermöglichen.

Seit einiger Zeit ist Botox zur Linderung von chronischer Migräne bei Erwachsenen zugelassen und wird auch von der Krankenkasse übernommen, wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich waren.

Migräne
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